Das neue Programm
Seit 1968 wehren sich die Dekana(h)tlosen gegen die Behauptung, dass Kirche humorlos ist. Im Gegenteil, es gibt zahlreiche Regeln und kirchliche Vorschriften, die sehr komisch, wenn nicht sogar absurd sind. Und ebenso Ihre Verfechter, vom Diakon bis hin zum Papst. Der Humor liegt in der jeweiligen Betrachtungsweise.
Hier ein paar Beispiele die Fragen aufwerfen: Das katholische Priesteramt ist der einzige Beruf, bei dem es nur Männern gestattet ist, einen Rock zu tragen.
Katholische Scheidung geht so: Annullierung der Ehe d. h. Annullierung des Ehevollzugs, wobei dadurch die aus der Ehe hervorgegangenen Kinder nicht zu unehelichen Kindern werden, und die Frau keine unbefl eckte Empfängnis
hatte. Der Unterschied zwischen einem Ehepaar und einem Pfarrer mit Haushälterin ist der fehlende Sex, zumindest in den meisten Fällen. Im Alter werden sich Ehepaare und Pfarrer mit Haushälterinnen immer ähnlicher.
Mit unserer liebevollen Stichelei wollen wir aber nicht nur den Apparat Kirche und den Klerus auf den Arm nehmen. Auch der „normale“ Gläubige, ob nun katholisch
oder evangelisch, bekommt einen Spiegel vorgehalten. Denn Umdenken und Veränderungen gehen schon immer entgegen der Erdanziehung von unten nach oben. Wir wehren uns gegen die Behauptung, die Kirche läge uns nicht am Herzen. Im Gegenteil: Das, was man besonders mag, das kritisiert man am meisten.
Weil es uns etwas angeht.
Zum Thema „Fruchtbar“ nur so viel.
Seit Beginn spielten bei den Dekana(h)tlosen insgesamt 12 Damen und 14 Herren, 5 Pianisten und 8 Aushilfspianisten und am Anfang noch 2 Herren am Schlagzeug und am Bass. Und diese Kabarettisten und Musiker haben 45 Jungen und 40 Mädchen gezeugt. Aber nicht miteinander.
Die fruchtbare künstlerische Leitung der Dekana(h)tlosen liegt seit Anfang an in den Händen von Gisela Grube. Die Dresdner Kunstpreisträgerin war viele Jahre am Dresdner Kabarett „Die Herkuleskeule“ engagiert wo sie sich vor 1989 nicht nur gegen Staat und Partei wehrte.